Nüsslitours

Blinde Orks

Die Versuchung ist riesig! Am allerliebsten würde ich nur ganz kurz meine Hand reinstecken, aber die Frau mit der aufgemalten Wunde auf der Wange hat es – besonders den Kindern in der Gruppe – ausdrücklich verboten. Ich gebe den überdimensionierten Gummi-Arm weiter.

Wir stehen im Show-Room der Weta-Caves, der Produktions-Firma von Star-Regisseur Peter Jackson. In einem normalen Geschäftsviertel am Rande von Wellington sind alle Rüstungen, Schwerter oder Hobbit-Füsse der Herr der Ringe Trilogie entstanden. Der Gummi-Arm diente dazu, die Zwerge massig aussehen zu lassen. Vorstellen muss man ihn sich wie ein hautfarbener Putzhandschuh, dessen Gummi-Schicht jedoch 2cm dick ist. Der Schauspieler kann jeden einzelnen Finger normal bewegen.

Auch die Rüstungen der Zwerge dürfen wir anfassen. Alles Plastikringe, die in einer eigenen Abteilung täuschend echt angemalt und dann in Handarbeit zusammengehängt wurden. „Eine Riesenarbeit!“ stöhnt unsere Führerin. Sie persönlich habe während Monaten nichts Anderes gemacht – obwohl sie normalerweise für die Glibber-Explosionen zuständig sei. Sie liebe alle „geschlüdderartigen“ Materialen und wird zum Beispiel ans Set geholt, wenn ein Darm besonders effektvoll in alle Einzelteile zerbersten soll.

Nicht überraschend, dass sie also bei allen „Orks“ Einsätzen ebenfalls am „Herr der Ringe Set“ war. Wobei die Szenen mit den grausigen Kreaturen nur im Film furchteinflössend sind. Am Set ging es eher lustig zu und her, erzählte sie uns. Denn die Orks konnten unter ihren Masken gar nichts sehen. Die Crew machte sich dann den Spass daraus, von hinten an die Kreaturen anzuschleichen und ihnen etwas ins Ohr zu flüstern, so dass sie regelrecht zusammenzuckten vor Schreck.

 

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Leider durften wir während der Führung keine Fotos machen. Darum einfach ein paar Eindrücke der Ausstellung.

Weitere lustige Set-Momente gab es bei jeder Szene, bei der die Zwerge rennen mussten. Die waren mit ihren Gummi-Armen und Rüstungen nämlich so dick, dass wenn sie umfielen, externe Hilfe brauchten um wieder auf die Beine zu kommen. Es rannten also jedes Mal zwei Crew-Mitglieder herbei und stellten den Schauspieler wieder auf die Beine. Der Arme musste die Laufszene dann trotz enormer Hitze unter dem Kostüm, nochmals machen. Und der eine, beinahe taube Zwerg mit der Ohrmuschel, war immerhin 65!

Sie verrät uns viele witzige Details vom Herr-der-Ringe-Set. Ein weiteres, dass mir geblieben ist, ist, dass nur der Darsteller von „Aragon“ eine echte Rüstung aus Eisen trug. Er verstehe sich als „Method Actor“, sagt sie augenverdrehend, und darum verlangte er als einziger Schauspieler echte Materialen.

Angesteckt vom Herr der Ringe Fieber kraxeln wir auf dem Hausberg von Wellington herum um ein ganz besonderen Dreh-Ort zu suchen:

Ansonsten haben wir in Wellington einfach die Stadt genossen. Die erste wirklich Schöne in ganz Neuseeland! Wir gingen in die Sauna, ins Museum, liessen uns in Restaurants verwöhnen oder stöberten durch die unzähligen Secondhand Läden.

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Weitere Bilder gibts in der Galerie