Nüsslitours

Glühwürmchen-Zauber

Waitomo Caves

Abertausende Glühwürmchen strahlten von der Decke herunter. Schnell waren die eiskalten Hände und Füsse vergessen, die zwar in Neopren-Anzügen steckten, aber bei 10 Grad Wassertemperatur trotzdem froren. In einer 10er Kolonne trieben wir durch die Höhlen der Waitomo Caves. Jeder hielt die Füsse des anderen unter den Armen. „Tubing“ ist einer von zig Möglichkeiten die Glühwürmchen in den Höhlen zu bestaunen. War ja klar, dass ein einfacher Spaziergang für Loris keine Option war. Rückwärts mussten wir uns einen kleinen Wasserfall herunterstürzen. So dass wir gleich wieder auf dem Gummiring landeten und die Tour weitergehen konnte. Wir drückten uns unter Felsenvorsprünge, die so tief waren, dass wir den Kopf nach hinten kippen mussten um untendurch zu kommen. James unser Guide – der sein Bart ca seit einem Jahr nicht mehr geschnitten hatte wie er mir verriet – zählte regelmässig ob noch alle da waren. Draussen regnete es und die Stromschnellen schossen nur so an unseren Beinen vorbei. Manchmal reichte das Wasser in den Zwischengängen bis zur Hüfte. Die Glühwürmchen, erzählte uns James, leben ca. 9 Monate in diesen Höhlen. Sie sondern ein fadenähnliches Sekret ab und beginnen dann ganz stark zu glühen. Andere Insekten haben dann das Gefühl, den Höhlenausgang gefunden zu haben und fliegen auf das Licht zu. Dumm gelaufen.

Nach 9 Monaten verpuppt sich das Glühwürmchen im Kokon um dann als Mückenart 2 Tage zu leben. „Was würdet ihr tun, wenn ihr nur so wenig Lebenszeit hättet?“ fragte uns James während wir Marshmallows mit Schokolade ummantelt – zusammengekrümmt in einer Nebenhöhle assen – klar fortpflanzen!

 

waitomocaves