Nüsslitours

Make „wandern“ great again

Die Städte hier in Neuseeland sind zum Davonlaufen. Der Charme fehlt, die Altstadt fehlt, die schönen Gebäude fehlen und vor allem: Die Leute fehlen! Gerade auf der Südinsel gibt es viele Städte in denen am Abend nix, aber auch gar nix los ist. Kein Wunder bei dieser traumhaften Natur rundherum! Wir haben Neuseeland rund 2.5 Monate lang bewandert, haben auch ein paar der „Great Walks“ gemacht, von denen es heisst, sie seien die schönsten Wanderungen überhaupt. Von diesen ziehen wir an dieser Stelle ein Fazit:

 

Abel Tasman

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Super toll: Die Südsee Neuseelands! Du wanderst an weissen, verlassenen Stränden entlang und blickst auf das türkisblaue Meer. Du schläfst direkt am Wasser, so dass dich das Wellenrauschen langsam in den Schlaf wiegelt. Ein traumhaft schöner Flecken Erde hier, der praktisch kein schlechtes Wetter kennt.

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Die wahre Geschichte hinter den Bildern: Der Track ist ziemlich überlaufen. 200.000 Leute machen die Strecke jedes Jahr. Im Sommer sind also locker über Tausend Tramper auf dem einen Track unterwegs. Schon bei uns in der absoluten Nebensaison konnten wir erahnen wie es dann erst im Sommer hier zu und hergehen würde.

Zweiter Negativpunkt: Die Sandflies. Die mückenartigen Viecher stechen besonders gerne in die Füsse, zum Beispiel dann, wenn du gerade dabei bist den Sonnenuntergang zu geniessen. Der Juckreiz dauert bis zu 24h

 

Routeburn Track

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Super toll: Ein abwechslungsreicher Track, der dich von Zauberwälder (Moos bis an die Spitzen!) über Bergketten bis zu idyllischen Seen führt. In die türkisfarbenen Natursteine habe ich mich besonders verliebt. Insgesamt sicher der schönste aller Mehrtages-Great-Walks.

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Die wahre Geschichte hinter den Bildern: Der „Key Summit“ – also DER Aussichtspunkt der ganzen 3-tägigen Wanderung – ist bequem in zwei Stunden vom Parkplatz aus erreichbar. Ergo: All die Tagesausflügler, die nach einem ausgedehnten Brunch noch rasch Spazieren gehen, kriegen die genau gleich schöne Aussicht geboten, wie der Wanderer, der schon seit Tagen unterwegs ist (Ja wir hätten den Track auch am anderen Ende beginnen können…)

 

Milford Track

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Super toll: Hier ist die Anzahl Wanderer auf 50 Personen pro Tag beschränkt, du darfst dich also zu den Auserwählten zählen, wenn du dir einen Platz ergattern kannst. Die Glücklichen werden dann mit Attraktionen verwöhnt wie: Der höchste Wasserfall Neuseelands oder das Einlaufen in die Milford Sounds – einer der wenigen zugänglichen Buchten im ganzen Fjordland-Bereich.

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Die wahre Geschichte hinter den Bildern: Du denkst ein bisschen in der Natur herumwandern ist gratis? 120 Franken haben wir bezahlt – Pro Tag! Übernachtet haben wir trotzdem nur in einer schlecht isolierten Holzhütte mit Massenschlag. Ok zwei Bustransfers und Bootsfahrten waren inklusive.

Randbemerkung: Genau an dem Tag, an dem wir die Spitze des Berges erklommen, hatte ich Geburtstag. Und eigentlich habe ich mich im Vorfeld endlich einmal auf einen warmen, frühlingshaften Geburtstag gefreut, stattdessen fiel Schnee! Ok, das hatte ich zumindest bis jetzt auch selten Anfangs November…

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Stewart Island

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Super toll: Die kleine Insel ganz im Süden von Neuseeland ist wirklich abgelegen. Und die Bootsfahrt dorthin war schon ein Abenteuer für sich: Die See war so rau, dass wir vom Gratis-Kaffee den es an Board gab, keinen einzigen Schluck trinken konnten. Auf einer solchen Achterbahn die rund 30 Minuten dauert war ich noch nie.

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Die wahre Geschichte hinter den Bildern: Den Track haben wir nie begonnen. Aufgrund eines Notfalls flogen wir nach einem Tag bereits wieder von der Insel weg. Die Geschichte erzähle ich euch ein andermal.

 

 

Fazit: Die „Great Walks“ sind einfach verdammt gut vermarktet. Klar, die Wanderungen sind traumhaft schön, kosten dafür aber auch genug. Neuseeland bietet diese Natur auch gratis an, einfach nicht alle am selben Ort.

PS: Am allerschönsten war und bleibt unsere allererste Wanderung: Der Queen Charlotte Track